Informationen für den internationalen Austausch und Auslandsjahr (2018/19) für die 9.Jgst.

Allgemeines

Positive Aspekte

  • Erfahrung mit anderen Normen und Gebräuchen
  • Kennenlernen anderer Kulturen und Lebensweisen
  • Förderung der Selbstständigkeit
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Erweiterung des Horizonts
  • Unabhängigkeit von der Familie
  • Flexibilität
  • Vertiefung  der Sprachkenntnisse
  • Bildung
  • Pluspunkte im Lebenslauf
  • Vorteile im späteren Berufsleben

Mögliche Schwierigkeiten

  • nicht immer einfache Eingewöhnungszeit
  • Heimweh
  • Veränderungen im Freundeskreis
  • andersartige Formen der Organisation in der Schule und evtl. Tragen
  • einer Schuluniform
  • Schwierigkeiten bei der Eingliederung in die Gastfamilie
  • andersartiger familiärer Tagesablauf und  Umgang mit den Gastgeschwistern
  • Auseinandersetzung mit Vorurteilen über Deutsche und Deutschland
    mögliche Leistungsrückschläge bei der Rückkehr nach Deutschland wegen der unterschiedlichen Schulsysteme
  • unterschiedlicher Fächerkanon an der Schule
  • Vor allem sollte nicht erwartet werden, dass sich z.B. die Englisch- oder Französischnote auf jeden Fall sofort verbessert.

Wer ist geeignet?

  • Schüler und Schülerinnen, die aufgeschlossen für Neues sind
  • flexibel sind
  • gute bis sehr gute Noten haben
  • Interesse am Land und der Sprache haben
  • selbständig, reif, anpassungsfähig, kontaktfreudig, aufgeschlossen und kompromissbereit sind
  • fähig zur Selbsteinschätzung sind.

Tipp: Auf unserer Homepage finden sich einige Erfahrungsberichte von Auslandsaufenthalten.

Auslandsaufenthalte ohne Rückbesuch

Diese Programme werden zum einen von gemeinnützigen Organisationen zum anderen von kommerziellen Veranstaltern angeboten. In den meisten Fällen kann man zwischen Aufenthalten von einem Jahr oder 5 Monaten wählen, teilweise werden auch Kurzprogramme angeboten. Die vom Veranstalter angegebenen Preise sind nur bedingt vergleichbar, da die dafür erbrachten Leistungen z. T. differieren. Der Preis für halbjährige Programme ist meistens nur geringfügig niedriger als für ein ganzes Jahr.

1. Gemeinnützige Organisationen

YFU – Youth for Understanding; vermittelt weltweit. Teilstipendium möglich, www.yfu.de
AFS – vermittelt weltweit; Teilstipendium möglich, www.afs.de
Eurovacances – vermittelt weltweit, www.eurovacances.de
Partnership International – vermittelt GB, Irland, USA, Südafrika; Teilstipendium möglich, www.partnership.de
CDC – Carl-Duisberg-Centren; vermittelt weltweit, Teilstipendium möglich, www.cdc.de
Travelworks – vermittelt weltweit, Teilstipendium möglich, www.schueleraustausch-international.de
Experiment – vermittelt weltweit, Teilstipendium möglich, www.experiment-ev.de
Unsere Schüler und Schülerinnen haben mit den gemeinnützigen Organisationen insgesamt gute Erfahrungen gemacht. Die Preise für einen einjährigen Aufenthalt variieren je nach Zielland sehr stark (von 4800 bis 11000 Euro). Der Preis für ein Auslandsjahr in den USA liegt momentan bei etwa 7000 bis 8700 Euro.
Kurzprogramme in Ländern mit privatem Schulsystem sind sehr teuer: Der Preis für 3 Monate (= 1 term) in Kanada, Australien oder Neuseeland liegt momentan zwischen 7600 und 9600 Euro.
YFU bietet zusätzlich das Programm „Go East“ (4900 bis 5900 Euro) sowie auf besondere Begabungen zugeschnittene Programme in Osteuropa an.
Stipendien vergeben z. T. die Organisationen selbst, der DFH (www.dfh.org, siehe auch „Kommerzielle Anbieter“, Bewerbung bis 15. 10 2016) und das Parlamentarische Patenschafts-Programm (Informationen unter www.bundestag.de/ppp, Bewerbung bis 11. 9. 2016). Das Bewerbungsverfahren ist zwar anspruchsvoll, es lohnt sich aber, es zu versuchen. Erkundigen Sie sich, ob Sie Auslands-Bafög beantragen können (www.bafoeg.bmbf.de/www.bafoeg-rechner.de).
YFU bietet zahlreiche Sonderstipendien an, nähere Informationen finden Sie auf deren Homepgage.
Eurovacances bietet zusätzlich Stipendien in Höhe von 2000 Euro an für die Zielländer USA und Kanada (Bewerbungsschluss 15. 2. 2018) sowie Neuseeland und Australien (Bewerbung bis 15. 4. 2018).

2. Kommerzielle Anbieter

Wir sprechen keine Empfehlungen für die kommerziellen Anbieter wie z.B. FEE, into, Step in, ISE, team und EF  aus. Sie können sich detailliert über deren Qualität bei der Stiftung Warentest (www.stiftung-warentest.de/auslandsjahr) und bei www.abi-ev.de/ informieren.

Info- und Suchportal für Sprachreisen jeder Art: www.schüleraustausch-portal.de

Auslandsaufenthalte mit Rückbesuch (Austausch)

1. Über die Bezirksregierung Düsseldorf

Diese Austauschprogramme werden von der Bezirksregierung Düsseldorf organisiert. Sie umfassen 2 bis 3 Monate und beruhen auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit, d.h. der Austauschpartner kommt für die gleiche Dauer nach Deutschland. Für 2018/2019 werden Programme in Kanada, Australien, Neuseeland, Frankreich und der Schweiz angeboten. Sie sind deutlich preiswerter als die längeren Programme (1100 bis 2600 Euro); allerdings ist die Zahl der Plätze begrenzt und es werden gute bis sehr gute schulische Leistungen vorausgesetzt. Die Bewerbungsunterlagen sind umfangreich, es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich zu bewerben. Eine Reihe Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben bereits an diesen Programmen teilgenommen. Einzelheiten finden Sie unter www.bezreg-duesseldorf.nrw.de/Schule/internationaler Schüleraustausch. Die Bewerbungsunterlagen können unter www.brd.de/Schule/internationaler Austausch heruntergeladen werden.
Die Bezirksregierung bietet allein 3 Programme in Frankreich an (6 Monate/3 Monate/3-8 Wochen). Schüler, die am Voltaire-Programm (6 Monate) teilnehmen wollen, müssen sich dazu bereits bis Ende Oktober 2018 anmelden.

In letztem Schuljahr nahmen eine Schülerin und ein Schüler des GHZ an dem Austauschprogramm mit dem französischsprachigen Kanada teil.(s. Reportage)
Die aktuellen Bewerbungsunterlagen der Bezirksregierung für das Austauschjahr 2018/19 liegen bereits vor. Die Bewerbungsfristen liegen gewöhnlich zwischen Januar und März des nächsten Jahres.

2. Austausch mit dem Collège de Cayeron, Mérignac

Neu am GHZ ist ein 2-wöchiger individueller Austausch mit dem Collège de Capeyron um die Oster- und Herbstferien herum (in Familien mit Rückbesuch). Dieses Programm ist vor allem für Schüler und Schülerinnen der 9. Jgst. gedacht, die in der 8.Jgst. am deutsch-französischen Schüleraustausch mit dem Collège de Capeyron teilgenommen haben. Es müssen nur die Reisekosten übernommen werden. Die Anreise wird individuell von den Familien  organisiert. Sollten mehrere Schüler oder Schülerinnen einen Austauschpartner bekommen, können ihre Familien auch eine Gruppenreise für ihre Kinder organisieren.

3. Auslandsaufenthalte mit Rotary und dem Lions Club

Sowohl der Rotary als auch der Lions Club fördern Auslandserfahrungen von Jugendlichen. Das GHZ hat Erfahrungen mit Rotary gemacht. Dieser Austausch dauert in der Regel ein Jahr. Er beruht nicht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit; jedoch muss sich die deutsche Familie dazu verpflichten, während der Abwesenheit ihres Kindes einen anderen Jugendlichen für 3 Monate aus dem Ausland aufzunehmen. Die weiteren Gastfamilien werden von Rotary organisiert. Für den deutschen Jugendlichen bedeutet das, im Ausland auch alle 3 Monate die Gastfamilie zu wechseln. Des Weiteren hat man nicht unbedingt Einfluss darauf, in welchem Land der Austausch stattfindet.
www.rotary.de/jugenddienst und www.lionsclubs.org

4. GHDANSA, Australien oder Neuseeland

Dinslakener Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich für ein Teilstipendium bei der Dinslakener Volksbank e.V. zu bewerben. Die Bewerbungsfristen für 2016/17 wurden noch nicht bekannt gegeben.
www.gass-germany.de/index.php

Alternativen

1. Gastfamilie werden

Die gemeinnützigen Organisationen suchen jedes Jahr Gastfamilien für Schüler aus aller Welt. Auch dies ist eine gute Möglichkeit, Kontakte zu schließen und vielleicht später einen Auslandsaufenthalt auf privater Basis zu organisieren.

2. Auslandsaufenthalte mit privater Vermittlung

Manche Schüler und Schülerinnen haben Verwandte oder Freunde im Ausland. Selbstverständlich können sie ihren Aufenthalt auch privat organisieren. Voraussetzung ist, dass der regelmäßige Schulbesuch gesichert ist. Als Nachweis genügt ein entsprechendes Anschreiben der gastgebenden Schule im Ausland.

3. Nach dem Abitur

Auslandserfahrungen mit sozialem Schwerpunkt vermittelt der Europäische Freiwilligendienst (European Voluntary Service).
Ebenso ist es möglich, sein soziales Jahr im Ausland zu leisten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, als Au pair (gegen Entgelt) im Ausland zu arbeiten.

Zur Schullaufbahn

Trotz der Schulzeitverkürzung durch G8 ist ein Auslandsaufenthalt nach wie vor möglich. Er kann entweder in der Jahrgangsstufe EF oder zwischen der Stufe EF und Q1 stattfinden. Ein Auslandsaufenthalt in der Qualifikationsphase (Q1 und Q2) ist nicht möglich, ohne das Jahr zu wiederholen. Weitere Informationen zur Schulzeitverkürzung bei www.aja-org.de (Zusammenschluss der gemeinnützigen Austauschorganisationen).
Sobald ein Schüler/eine Schülerin von einer Austauschorganisation eine Zusage erhalten hat, müssen die Eltern einen formlosen Antrag auf Schulbefreiung an die Schulleitung stellen und eine Kopie des letzten Zeugnisses vorlegen. Notwendige Angaben: Zeitraum, Zielland, Organisation. Dieser Antrag wird in der Regel positiv beschieden; jedoch hat die Schulleitung das Recht, einen solchen Antrag abzulehnen, wenn die schulischen Leistungen des Bewerbers zu schlecht sind.
Wenn der Auslandsaufenthalt im Laufe der Jahrgangsstufe EF stattfindet, ist es erforderlich, vor der Abfahrt Kontakt mit den Jahrgangsstufenkoordinatoren aufzunehmen und eine e-mail Adresse zu hinterlassen. So können Fragen der Kurswahl u. ä. geklärt werden.
Wer das Latinum ablegen möchte, muss mit dem jeweiligen Lateinlehrer Kontakt aufnehmen. Es gibt zwar die Möglichkeit, nach dem Auslandsaufenthalt eine (zentral gestellte) Prüfung abzulegen, um das Latinum zu erlangen; die Lateinlehrer empfehlen jedoch stattdessen die Teilnahme am weiterführenden Lateinunterricht. Die Möglichkeit, sein Latinum durch Vorversetzung quasi automatisch zu bekommen, gibt es nicht mehr.
Es versteht sich von selbst, dass der versäumte Unterrichtsstoff in einem angemessenen Zeitraum nachgeholt werden muss. Ausländische Bildungsnachweise können nicht anerkannt werden.



Ansprechpartner

  • Herr Saalfeld
  • Frau Gallmeister

Übrigens:

Am GHZ gehen in der Einführungsphase jedes Jahr ca. 4-6  Schülerinnen und Schüler ins Ausland!

Reportagen

Bienvenue en France – Willkommen in Frankreich: 2 Wochen lang von Baguette und Bohnen ernährt

Schüleraustausch - Reportage vom 24.05.2013

Am 2. März 2013 gab es am Dinslakener Bahnhof ein großes Wiedersehen. Nachdem der Schüleraustausch des GHZ und des Collège Capeyron in Mérignac bei Bordeaux vor einem Jahr ein voller Erfolg gewesen war, sprach für viele Schüler nichts dagegen einen weiteren zweiwöchigen individuellen Austausch während unserer Osterferien zu starten.

Insgesamt sieben französische Austauschschüler besuchten im Zeitraum ihrer Ferien unser Gymnasium. Nachdem sie in diesen 14 Tagen Schwarzbrot kosten und das Fach „Religion“ kennenlernen durften, traten sie am 16. März wieder  die Heimfahrt an. Für uns begann nun erst die Reise ins Ausland, wofür wir sogar eine Woche von der deutschen Schule befreit wurden.

Nach einer ungefähr 8 stündigen Zugfahrt kamen wir Vier (Zwei Franzosen, Zwei Deutsche)  endlich in Bordeaux Saint-Jean, dem Hauptbahnhof, an. Nach 1000 französischen Begrüßungsküsschen mit weiteren Familienmitgliedern ging es weiter mit dem Auto zu unserem „Zuhause“.

Wie in jedem fremden Land und jeder anderer Kultur war es auch für uns eine große Umstellung, von einem Tag auf den anderen einfach so in den französischen Alltag zu starten. Aber wir bewältigten  dies ohne Schwierigkeiten.

Die Schule in Frankreich unterscheidet sich stark von der deutschen. Bis zu  8 Stunden mit Mittagspause, andere Fächer (z.B. Technologie = Informatik) und es werden ganze Zeitstunden anstatt 45 Minuten, wie es bei uns in Deutschland üblich ist, unterrichtet. Der Mittwoch entwickelte sich stattdessen zu unserem Lieblingstag. Landesweit findet in Frankreich nämlich mittwochs kein Nachmittagsunterricht statt. Dann ist Zeit für Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. Das sind normale Sportarten wie in Deutschland auch. Nur von Fußball sieht man eher wenig, Rugby ist da beliebter.

Unsere Austauschschülerinnen betreiben ebenfalls eher ungewöhnliche Hobbys: Tauchen und Gymnastik. So durfte Jana mit Sauerstoffflasche und Taucherflossen Bekanntschaft machen, Antonia konnte ihre Partnerin sogar bei einem Wettbewerb anfeuern.

Natürlich wurde auch, wenn man schon mal in der Nähe ist, Bordeaux besichtigt. Neben Shoppen und Sightseeing konnten wir auch eine Kirmes und den dort verspätet stattfindenden Karnevalsumzug besuchen. Auf der französischen Kirmes gibt es auch einige Unterschiede zur typisch deutschen, zum Beispiel  die Zuckerwatte in ca. 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen und in Übergröße (ca. 3x so groß, wie wir es gewöhnt sind).

Eine weitere Attraktion in Mérignac war der Lasertag. Dies ist ein neuerer Indoorsport, wobei zwei Gruppen sich gegenseitig in einem Irrgarten mit ungefährlichen Laser- oder Infrarot-Strahlern abschießen, um Punkte zu gewinnen. Wir machten eine Partie Deutsche gegen Franzosen: Letztere gewannen haushoch.

Die verschiedenen Mahlzeiten erlebten wir ebenfalls typisch französisch. Während wir morgens 3 Nutellabrote gewöhnt sind, hat in Frankreich niemand ein Pausenbrot dabei und gefrühstückt wird auch kaum etwas. Stattdessen wird täglich (außer mittwochs) in der Schulkantine während der 1,5 Stunden langen Mittagspause gespeist. Abends gibt es dann nochmal ein richtiges Menü mit bis zu 4 Gängen.                                                              

Zu unserem Pech gab es – wie schon in der Überschrift erwähnt - fünf Mal in nur 14 Tagen grüne Bohnen (vor allem in der Mensa, aber natürlich auch in der Gastfamilie). Das soll aber auf keinen Fall weitere Bohnenhasser abschrecken. Schließlich darf man den Käse und vor allem das Baguette nicht vergessen. Insgesamt haben wir bestimmt zehn von diesen langen Brötchen mal eben verdrückt. Es ist halt wie auch alle anderen Gerichte ohne Bohnen „très délicieux“!

Noch schöner allerdings als der Genuss französischer Spezialitäten war das Kennenlernen vieler neuer Freunde, mit denen wir von Anfang an Spaß hatten und  immer noch Kontakt halten.

Zusätzlich darf man nicht die vielen neuerworbenen Sprachkenntnisse vergessen. In diesen zwei Wochen haben wir ungeplant mindestens doppelt so viele Vokabeln gelernt, wie sonst in einer „Le?on“ stehen.

Auch das Wetter ließ nicht zu wünschen übrig. Während man sich in Dinslaken noch mit Schnee abplagen musste, erlebten wir in Bordeaux sonnige 20 Grad.

Alles in Allem waren es auf jeden Fall zwei Wochen in unserem Leben, die wir nie vergessen werden. Die Franzosen dürfen sich auf eins gefasst machen: Wir werden wiederkommen!!!

von Jana Mailänder & Antonia Bachhofen