Deutsch-französischer Schüleraustausch Mérignac-Dinslaken zwischen dem Collège de Capeyron und dem GHZ

Reportage, Französisch, Schüleraustausch - Reportage vom 12.05.2019

Die Begegnung in Deutschland

Nach ersten Kontaktaufnahmen über die sozialen Medien im Unterricht und auch privat wurde es richtig spannend und aufregend, denn nun war es soweit: eine Schülergruppe der 8. Jahrgangsstufe des GHZ nahm ihre französischen Gäste am Dinslakener Bahnhof bei strömendem Regen in Empfang.
Auf dem Programm standen zunächst Aktivitäten in Dinslaken, wie eine gemeinsame Kochaktion in der Schulküche, der Empfang beim Bürgermeister und eine Stadtrallye durch die Innenstadt, bevor es dann in die fernere Umgebung nach Essen, Mettmann, Düsseldorf und Köln ging. Der Besuch von Essen Zollverein, die Besichtigung des Neanderthal-Museums und die Führung durch das Funkhaus des WDR sowie die Besteigung des Kölner Doms waren auch für viele deutsche Schüler neu. Die französischen Schüler konnten interessante Einblicke in die Besonderheiten der Region erhalten und diese somit für ihr Pflichtprogramm im Unterrichtsfach Histoire-Géo verwerten. Auch die Eltern engagierten sich sehr, um die französischen Gäste zu verwöhnen. Sie organisierten am Wochenende einen gemeinsamen Ausflug in den Movie-Park und luden am letzten Abend die ganze Truppe zu einem Pizzaessen ein.
Das Wetter war leider eine Katastrophe, dafür waren die Stimmung und die Atmosphäre unter den Schülern um so besser. In drei Wochen fährt die Gruppe nach Frankreich. Alle sind schon jetzt ein wenig aufgeregt und freuen sich sehr auf die Zeit in Bordeaux und Umgebung. Mit ein bisschen Glück wird uns der Wettergott im zweiten Teil der Begegnung hoffentlich wohler gesonnen sein.
Schon nach diesen 9 Tagen haben die Schüler enorme Fortschritte im freien Sprechen, Hörverstehen und auch im interkulturellen Handeln gemacht. Sie haben neue Erfahrungen gesammelt, Freundschaften geschlossen und zuvor im Unterricht erlernte Redemittel zum ersten Mal in Alltagssituationen mit den Muttersprachlern angewandt. Und sie sind durch diese Interaktionen auch ein wenig erwachsener geworden.
So trägt der Schüleraustausch doch immer wieder dazu bei, intensive und unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Das gegenseitige Kennenlernen ist eine Chance für unsere Schülerinnen und Schüler, Vorurteile abzubauen, sich über beide Nationalitäten mit verschiedenartigen Traditionen auszutauschen, in der Fremdsprache zu kommunizieren und damit die Sprachkompetenz zu verbessern, aber auch – und das ist eigentlich das Wichtigste - Freundschaften zu schließen.
Genau das sollte vor allem die Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland sein, aber auch zwischen allen anderen europäischen Ländern.  Das nämlich ist die Voraussetzung für den europäischen Zusammenhalt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Früchte solcher und anderer europäischer Jugendbegegnungen in den Ergebnissen der jetzt anstehenden Europawahlen am 26.5.2019 manifestieren werden.

Micaela Gallmeister

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