Preisverleihung zum 1. deutsch-französischen Übersetzungswettbewerb

Reportage, Französisch - Reportage vom 09.06.2017

Preisverleihung zum 1. deutsch-französischen Übersetzungswettbewerb „Erzähl mir von Reims“ der Kunststiftung NRW für die Jugend, 1. Juni 2017 im Forum Freies Theater in Düsseldorf

 

Der Zuschauerraum war ganz dunkel und alles war mucksmäuschenstill. Nahezu 150 junge Übersetzerinnen  und Übersetzer waren aus ganz NRW nach Düsseldorf gekommen, um an der Preisverleihung teilzunehmen. Mit einem Mal wurde auf der Bühne eine helle Leinwand sichtbar und eine Dame auf der Bühne tippte auf einem Laptopdie Worte „Erster Weltkrieg 14-18,PremièreGuerremondiale  14-18, die dann auf der Leinwand zu lesen waren. Somit war das Thema präsent. 2015 hat die Stiftung im „Reims-Projekt" zusammen mit dem Auswärtigen Amt die Schenkung neuer Buntglasfenster von dem Künstler Imi Knoebel für die Kathedrale von Reims ermöglicht. Diese Schenkung ließ sich als Geste der Wiedergutmachung an Frankreich für die deutschen Bombardierungen während des Ersten Weltkriegs verstehen.

Heute sind die Fenster zu einem starken Symbol der deutsch-französischen Versöhnung geworden. In diesem Zeichen stand auch unser Wettbewerb „Erzähl mir von Reims“.

Das Hiphop-Duo „Zweierpasch“ aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet griff die Themen Krieg und Versöhnung in ihrem Song „Grenzgänger“/“Fontaliers“ wieder auf und führten sie in die Zukunft. Für ihren Song unterlegten die Künstler die Anfänge der Reden von de Gaulle und Adenauer zur Unterzeichnung des Elysée-Vertrags 1963 mit Rhythmen und Beats.

Auch der Autor der Novelle „Les Haikus de Reims“, Didier Daeninckx, war anwesend. Michel Vincent interviewte den Autor, eine auch auf der Leinwand nachzuvollziehende Übersetzung dieses Interviews erfolgte in der jeweiligen Sprache. Die einführenden Worte sprach Dr. Behrens, Präsident  der Kunststiftung NRW, danach folgte die Rede des Französischen Generalkonsuls Vincent Muller. Im Anschluss an die Worte der Honoratioren kam es zur eigentlichen Preisverleihung: Es gab zwei dritte, einen zweiten und unseren Preis: den ersten Preis! Nachdem wir unsere Auszeichnung entgegengenommen hatten, blieben wir mit dem Autor auf der Bühne und lasen im Wechsel die Novelle, er sein Original auf Französisch und wir unsere Übersetzung auf Deutsch. Danach war ein blitzlichtzuckendes Fotoshooting wie bei den Filmfestspielen in Cannes angesagt. Der Tag endete für uns  mit einer großen gemeinsamen Tafel mit allen wichtigen Leuten des Wettbewerbs, auch die Jury war dabei, ein echt deutsch-französischer Abend im Zeichen der Jugend.

Ein weiterer Höhepunkt war die Überreichung der wunderschönen Ausgabe der Erstveröffentlichung der Novelle mit unserer Übersetzung und unserer namentlichen Nennung als Übersetzerinnen auf der ersten Seite.

Uns winkt noch in diesem Sommer eine Reise zur Kathedrale von Reims mit Kulturprogramm vor Ort. Auch ein Glas Champagner wird gereicht. À l’amitié franco-allemande!

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