Informationen zum Unterrichtsfach Geschichte

Im Verlauf der Sekundarstufe I behandelt das Fach Geschichte in den Klassen 6, 7 und 9 die Epochen Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Spannende Entdeckungsreisen zum Beispiel in das alte Ägypten, zu den Rittern im Mittelalter oder zu den ersten Dampfmaschinen im Zeitalter der Industrialisierung werden möglich. Unterstützt wird der Unterricht durch vielfältige Exkursionen. Der Besuch des APX in Xanten, des Neandertalmuseums oder des Rheinischen Industriemuseums machen längst vergangene Zeiten für Kinder heute auf andere Art und Weise begreifbar. Ein Zeitzeugenprogramm zu den Themen Nationalsozialismus und Deutsche Einheit ermöglicht einen besonderen Zugang zu komplexen Themen unserer neueren deutschen Geschichte. Ihre Kinder erlernen den Umgang unter anderem mit Texten, Bildern und Filmen. Ein reibungsloser Übergang in die Oberstufe soll so sichergestellt werden.

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Herr Zeitz

Reportagen

Zeitzeugenbesuch aus den Niederlanden

Geschichte - Reportage vom 28.03.2016

Mit großer Begeisterung und viel Respekt empfing am  Dienstag, den 02. Februar 2016  die Q2 des Gustav-Heinemann-Schulzentrums, die Zeitzeugin Eva Weyl. Die ältere Dame berichtete uns von ihrem Leben vor dem Krieg, von ihrem Leben in Westerbork und ihrem Leben nach dem Krieg. Zu Beginn stellte sie klar, dass sie uns keineswegs für das, was geschehen ist, beschuldigt. Unsere Generation sei nämlich nicht für das, was im Krieg geschehen ist, verantwortlich. Außerdem sagte sie, dass es Zeitzeugen, wie sie eine ist, schon bald nicht mehr geben wird. Deswegen seien wir Ihre „Zweitzeugen“, die das erzählte weitergeben und andere Generationen aufklären sollen.

Eva Weyls Familie besaß in Kleve das Kaufhaus Weyl, welches noch heute existiert. Jedoch verlor die jüdische Familie ihren Besitz nach der Machtübernahme. Um sich selber zu schützen und zu retten, flüchtete die Familie Weyl in die Niederlande. Als die Niederlande von den Deutschen überfallen wurden, brachte man die Familie in das Lager Westerbork.
Drei Mal sollte ihre Familie deportiert werden, doch Gott sei Dank, entkamen sie dem Vernichtungslager und wurden am Ende des Krieges befreit.

Eine Geschichte rührte uns ganz besonders. Eva Weyl zeigte uns ihren Diamantring und erzählte, dass ihre MutterRohdiamanten in ihren Mantel eingenäht hatte. Damals wusste Eva Weyl nicht, welchen Wert ihr Mantel besaß. Nach dem Krieg ließ ihre Mutter einen Ring, mit diesen Diamanten anfertigen, den nun Eva Weyl trägt. 

Mit den Worte, „Das war mein Happy End und nun seid ihr meine Zweitzeugen“, beendete Frau Weyl ihre Erzählung und weckte in uns allen die unterschiedlichsten Emotionen.Sie spricht deswegen von einem Happy End, weil sowohl sie als auch ihre Familie den Krieg überlebt haben.

Trotz der Materialien, die wir im Unterricht behandelt haben, hat der Besuch der Zeitzeugin, einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen von damals ermöglicht. Es war wirklich sehr beeindruckend die Geschehnisse aus erster Hand zu erfahren. Die bisherige Bearbeitung von Texten, Bildern sowie der Besuch des Lagers Buchenwald führten dazu, dass wir uns die Geschichte von damals aneignen konnten. Doch wenn auf einmal eine Person vor einem steht, die alles persönlich mitbekommen und miterlebt hat, dann kann man sich das, was man erarbeitet hat, noch besser vorstellen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an der Förderverein, der den Besuch von Frau Weyl unterstützt hat.

Lejla Javorovac, Q2